Inklusion im Museum für Frühindustrialisierung

Das Museum für Frühindustrialisierung in Wuppertal wird 2023 mit einer neuen Dauerausstellung eröffnet. Die zukünftigen Besucherinnen und Besucher lernen das Wuppertal als frühe industrielle Pionierregion Deutschlands kennen, als ein Labor und Vorreiter der europäischen Moderne. Die anspruchsvolle Aufgabe, eine neue Dauerausstellung zu konzipieren, umfasst nicht nur die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen des Museums, sondern auch die Erarbeitung eines zeitgemäßen Inklusionskonzeptes, das über die gesetzlichen Standards weit hinausgehen wird.

 

Inklusion verstehen wir als kein spezielles Angebot für Menschen mit Behinderung, sondern richtet sich an ein vielfältiges Museumspublikum mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Das Ziel der Inklusion ist es, einen selbstbestimmten Museumsbesuch zu ermöglichen. Dafür muss von Anfang an Inklusion ganzheitlich und interdisziplinär über die formale Barrierefreiheit hinausgedacht werden. Das Kuratorenteam kooperiert in diesem Punkt dementsprechend eng mit dem Gebäudemanagement Wuppertal und dem Gestaltungsbüro Space4. Das Projekt wird begleitet von der LVR-Museumsberatung und dem Inklusionsbüro Wuppertal.

 

Neben der Modernisierung der Ausstellung und des museumspädagogischen Konzeptes stehen zunächst bauliche Sanierungsmaßnahmen innerhalb der betroffenen Gebäudeteile im Fokus. Sowohl Remise als auch Kannegießersche Fabrik sollen in Zukunft in allen Ausstellungs- und Veranstaltungsbereichen barrierefrei zugänglich sein.

 

Wichtige Bestandteile des Ausstellungskonzeptes umfassen unter anderem inklusive und barrierefreie mediale Vermittlungstechniken. Dazu zählen sensorisch-haptische Angebote ebenso wie die Verwendung unterschiedlicher Textformen (leichte Sprache, Gebärdensprache, Blindenschrift). Die Ausstellungseinbauten werden unterfahrbar gestaltet, das Raumkonzept wird eine besucherfreundliche Wegeführung sowie den besonderen Platzbedarf für bestimmte Personengruppen (z. B. Nutzerinnen und Nutzer von Rollstühlen und Rollatoren) von vornherein berücksichtigen. Ein Multimediaguide, der den Besucherinnen und Besuchern für ihren Rundgang zur Verfügung gestellt wird, soll individuell angepasste Rezeptionsformen ermöglichen. Konzeptionell wird die Frühindustrialisierung in Wuppertal nicht nach Art einer „Meistererzählung“ vermittelt, sondern mit Hilfe multiperspektivischer Erzählstränge, die bis in die Gegenwart reichen können. Inklusion wird hier auch inhaltlich gedacht.

 

Unser Ziel ist es, mit dieser Neukonzipierung sowohl die „klassischen“ Museumsgänger anzusprechen als auch Menschen neugierig zu machen, die oft nicht ohne weiteres ins Museum kommen: Junge Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Einschränkungen. Dieses zu erreichen heißt, das Museum inklusiv zu denken, also anzuerkennen, dass alle Menschen individuell sind, dass ein jeder anders ist.

 

Weiterführende Infos zur Modernisierung des Museums für Frühindustrialisierung:
https://www.mi-wuppertal.de/museum/modernisierung

Aktuelles

Neue Homepage in Arbeit

Das Netzwerk Industriekultur Bergisches Land e. V. ist dabei eine neue benutzerfreundliche Homepage zu erstellen. Bis dahin wird unsere Homepage nur sporadisch gepflegt. Wenn Sie über die Aktivitäten des Netzwerks informiert bleiben wollen, melden Sie sich bitte für unseren Newsletter an: Anmeldung Newsletter.

Museum Industriekultur Wuppertal

 

Tel.: 0202 / 563 47 35
E-Mail: ankerpunktstadt.wuppertal.de

 

www.industriekultur-wuppertal.de 

Abbildung oben:

Es geht voran! 

Foto: Lars Bluma
© Museum Industriekultur Wuppertal